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Paul Le Grand

Paul Le Grand

In seiner Arbeit setzt sich der Plastiker Paul Le Grand vertieft mit dem Thema Identität auseinander und somit mit den Fragestellungen von Wahrnehmung und Interpretation der sogenannten Realität. Auf spielerische Weise lotet er die Wechselbeziehung zwischen Oberfläche und Wesenheit aus und untersucht in seinen Reflexionen das Phänomen der Spiegelung als Infragestellung der Interpretation der Wahrnehmung.

 

In der Suche nach grösstmöglicher Reduktion der dreidimensionalen Ausdrucksform wählt er in den Neunzigerjahren das Spiegelglas zum bevorzugten Material für seine Arbeiten. Nicht nur, dass der Spiegel in seiner Zweidimensionalität unmissverständlich auf die dritte Dimension verweist – er ist auch Träger des bewegten Bildes: Mit jeder kleinsten Bewegung des Betrachters bewegt sich auch das im Spiegel sichtbare Bild, mit jedem neuen Blick wird eine neue Perspektive sichtbar. Jedes beobachtete Bild ist ebenso ein Unikat wie flüchtig (und somit nicht besitzbar). Gleichzeitig versinnbildlicht die Zerbrechlichkeit des Spiegelglases die Infragestellung der vermeintlichen Gültigkeit des eigenen Weltbildes.